Hörtest: PMC result6

Mit der Traditionsmarke PMC verbindet ein größerer Teil ambitionierter Studioanwender Premium-Produkte, die für den eigenen Geldbeutel eher unerschwinglich bleiben. Viele Produktions- und Mastering-Studios definieren jedoch ihren Qualitätsanspruch über ein Abhörsystem aus der berufenen britischen Lautsprecher-Edelschmiede und geben dafür ein kleines oder auch größeres Vermögen aus, das selten vierstellig bleibt. Selbst das kleinste Modell aus der budgetorientiert angelegten Twotwo-Serie (Twotwo 5) sprengt mit seinem Paarpreis noch mühelos die 3.000 Euro-Marke und das inzwischen nicht mehr angebotene kompakte Nahfeldsystem AML2 brachte seinerzeit rund achteinhalbtausend Euro auf die Waage. Mit result6 möchte PMC nun auch einen breiteren Markt adressieren und visiert mit seinem neuen professionellen Abhörwerkzeug erstmals einen Bruttopreis deutlich unter 3.000 Euro an. Ob das auf gewohntem Qualitätsniveau gelingt und wie das klingt, soll folgender Hörtest untersuchen.

Gemeinsames Merkmal aller PMC-Lautsprecher ist der Einsatz der Transmission-Line-Technologie, die natürlich auch im result6 Anwendung findet. Das kompakte System repräsentiert sozusagen die bislang preiswerteste Eintrittskarte für professionelle PMC-Wiedergabequalität. Besagte Technologie, die der Hersteller über viele Jahre bis zur Perfektion entwickelt hat, trägt mit Recht die Abkürzung ‚ATL‘ für ‚Advanced Transmission Line‘. Die Transmission-Line-Idee basiert auf der Eigenresonanz eines langen Hohlkörpers, dessen Abmessungen die Frequenz der resultierenden Grundwelle bestimmen. Die Rohrlänge entspricht dabei prinzipiell der Viertelwellenlänge (Lambda/4) der Grundwelle. Fokussiert auf diese spezifische Frequenz wird die Schallenergie am offenen Ende des Hohlkörpers ausgegeben, bei einem PMC-Lautsprecher an der Lautsprecherfront in Phase zum Tieftonchassis. Am anderen Ende des ATL-Tunnels sitzt das Tieftonchassis, das das Transmission-Line-System in Schwingungen versetzt. Da besonders der kompakte result6 nicht groß genug ist, um einen langen Resonanztunnel aufzunehmen (hier circa anderthalb Meter), wird letzterer mehrfach gefaltet und intern stark mit einer patentierten Materialkombination bedämpft, um höhere Frequenzen, die nicht zum geplanten Resonanzverhalten gehören, zu unterdrücken. Auf diese Weise arbeitet die frontale Öffnung des Resonanztunnels praktisch als ‚zweites, mechanisch-akustisch gesteuertes Tieftonchassis‘. Neben der Erweiterung des Wiedergabespektrums nach unten ist ein weiterer Vorteil dieses Konstruktionsprinzips, dass die Druckverhältnisse innerhalb des Lautsprechergehäuses für den Tieftöner jederzeit stabil bleiben, was unter anderem Verzerrungsprodukte deutlich reduziert. In der Folge wird der anschließende Bereich der oberen Tiefen- und unteren Mittenlagen nicht durch parasitäre Artefakte maskiert. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Höreindruck, speziell im Bereich tiefer Frequenzen, unabhängig von der Abhörlautstärke konsistent bleibt und gleichzeitig der Tieftöner leistungsentlastet wird. Man kann also auch bei geringen Abhörlautstärken die Tieffrequenz-Dosierung sicher bestimmen.